Auch wenn man durch die Anwendungen in der Klinik auf Trab gehalten wird, so stellt sich manchmal Langeweile ein. Deshalb bietet die Klinik jeden Tag Ausflüge an. Wer will kann sich zur Dampferfahrt, den Besuch im Tiergarten oder zu Konzerten kutschieren lassen. Aber auch Fahrten in die benachbarten Orte werden angeboten. Und so liess ich mich für eine Fahrt nach Rheinsberg eintragen.

Ein Großstädter wie ich muss natürlich schmunzeln dass ein Ort, der gerade mal 8200 Einwohner hat, als Stadt bezeichnet wird. Und dabei umfasst diese Zahl nicht nur Rheinsberg an sich sondern auch die 17 zum Ort gehörigen umliegenden Dörfer zu denen auch „Dorf Zechlin“ gehört, wo die Seeklinik ansässig ist.

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Rheinsberg liegt direkt an einem grossen See und besitzt ein schönes Wasserschloss in dem König Friedrich Wilhelm I. residierte. Das Schloss soll als Vorbild für Sanssouci gedient haben und in der kronprinzlichen Kapelle soll auch Carl Phillip Emanuel Bach Cembalo gespielt haben.

Der Ort wurde von Kurt Tucholsky mit dem Buch „Rheinsberg: Ein Bilderbuch für Verliebte“ und Theodor Fontanes Werk „Wanderung durch die Mark Brandenburg“ bekannt gemacht. Daher steht die Stadt auch ganz im Zeichen von Kurt Tucholsky, zu dessen Ehren man hier ein Museum eingerichtet hat. Außerdem ist die Stadt für ihre erstklassigen Steingutprodukte bekannt.

Unser Fahrer setzte uns beim Keramikmuseum ab und überließ es uns die Stadt zu erkunden. Und so zockelte ich den Kilometer zum Schloss herunter. Es hat sich gelohnt. Ein wirklich schönes Schloss und man konnte sich gut vorstellen wie auf dem Hof an der Ostseite berittene Gardeoffiziere exerzierten. Der Park an der Westseite beeindruckt mit geometrischen, kantig geschnittenen Hecken wie man sie bei Rokkoko Schlössern häufig sieht. Hier im Schloss befindet sich dann auch das Tucholsky-Museum. Wie man den Plakaten entnehmen konnte finden im Schlosshof auch Konzerte statt. Bei dem Ambiente sicherlich ein tolles Event.

Leider war mein Zeitplan sehr eng. Ich hätte mir gerne noch die Ausstellung angesehen. Aber ich musste mir noch ein paar Dinge kaufen und rechtzeitig wieder am Sammelpunkt aufkreuzen. Und so konnte ich natürlich nur einen winzigen Teil des Ortes sehen.

Nichtsdestotrotz war es ein schöner Ausflug und eine willkommene Abwechslung vom Klinikalltag.

Weitere Informationen:

Berlin.de

RHEINSBERG WEBSITE