Komisch. Immer wenn ich verreise passiert etwas Merkwürdiges. Dieses Mal war es die Zugfahrt.
In meinem Plan war vorgesehen, dass ich vom Hamburger Hauptbahnhof nach Wittenberge fahren sollte um dann in die Regionalbahn nach Neuruppin zu wechseln. Doch schon die erste Durchsage ließ Schlimmes erahnen.
„Der Zug hat 10 Minuten Verspätung wegen einer zu späten Bereitstellung.“

Eisenbahn_250Er kam dann doch noch fast pünktlich und so hatte ich den Eindruck, ich würde meinem Anschluss noch bekommen. Leider erwies sich das als Irrtum. Eine Haltestelle vor Wittenberge, am Bahnhof Ludwigslust, gab es zunächst eine Durchsage dass der Zug am Bahnhof verweilen werde. Kurz darauf folgte die Ansage, alle Passagiere möchten den Zug verlassen und auf den Nachbarbahnsteig wechseln, ein ICE würde die Gäste weiterbefördern. Und so machten sich ein paar hundert Menschen mit ihren Gepäckstücken auf um auf den nicht barrierefreien anderen Bahnsteig zu hasten. Treppe runter, durch den Tunnel, Treppe rauf. Ich hatte leichtes Gepäck, da der DB Service meinen Koffer über HERMES bereits am Samstag abgeholt hatte. Andere hatten nicht soviel Glück. Schleppen war angesagt.

Doch kaum waren alle Gäste dort versammelt hieß es: „Alles wieder zurück. Der ursprüngliche Zug kann die Fahrt fortsetzen.“  Vorher mussten die Gäste allerdings schnell von der Bahnsteigkante des zweiten Gleises wegspringen weil der ICE mit unverminderter Geschwindigkeit durch den Bahnhof raste.

Also alles wieder retour und die Koffer zurückgeschleppt, in den Zug geladen und in die Gepäckfächer gehievt. Die ganze Aktion hatte eine halbe Stunde gedauert. Mein Anschluss war natürlich schon weg als wir zwanzig Minuten zu spät in Wittenberge eintrafen. Und so saß ich eine dreiviertel Stunde in Wittenberge auf dem Bahnsteig und ließ mir die Sonne auf den Pelz brennen.

Wie gut, dass ich per Handy die Klinik informieren konnte, denn in Neuruppin sollte mich ja der Shuttleservice abholen um mich zum 23 Kilometer entfernten „Dorf Zechlin“ zu fahren.

Und so kam ich insgesamt eine Stunde später als geplant in der Klinik an und hat mich wieder bestärkt: Ich hasse es zu reisen. Irgendwo sein ist OK, aber die Anreise nervt total.