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Covermotiv zum Film

Ich gebe es zu, dass ich einer jener Leute bin, die Filmen und TV-Serien erst einmal eine Chance gebe bevor ich mir ein Urteil über die Qualität erlaube.  Zwar sieht man dann auch häufig wirklich schlechte Filme, aber mitunter gibt es unter diesen durchaus auch Perlen. Als Produzent von Trash-Produktionen hat sich die Firma „The Asylum“ etabliert. Wer diese Filme auf dem Grabbeltisch findet sollte lieber die Finger davon lassen.

Allerdings ist „The Asylum“ nicht das einzige Studio, das absoluten Trash produziert.  Jüngstes Beispiel für ein solches Ärgernis ist ein kanadischer Film mit Christian Slater, den ich gerade als DVD sehen musste…..

„The Ark“, bzw. „Stranded“, wie der Originaltitel lautet, geht um eine Mondbasis, auf der ein Meteoritenhagel einschlägt. Nachdem eine Technikerin einen Klumpen in die Station gebracht hat auf dem, laut ihren Worten, Sporen zu sehen sind, passieren alle möglichen und unmöglichen Dinge. (Verzeihung. Eigentlich nur „unmögliche Dinge“). Obwohl man ja schon etliche Alien-Versionen in TV und Film gesehen hat, probiert es der Film erneut dieses Thema auszulutschen. Leider ist der Ärgerlichkeitsfaktor ziehmlich hoch.

Es beginnt schon mit der Tatsache, dass die Außenaufnahmen der Mondbasis „Ark“ eindeutig Plastikmodelle sind. Obwohl dies an sich kein Nachteil sein muss, wie man spätestens seit „Ufo“ und „Mondbasis Alpha“ weiß, hat man hier einen völlig falschen Maßstab für die Modelle gewählt und dementsprechend hat das Bild eine mangelnde Tiefenschärfe. Mit Modellen größeren Maßstabs wäre das nicht passiert. Und so wirken auch die Dampfstöße, die austretenden Sauerstoff simulieren, viel zu klein um realistisch zu sein.

Doch weiter beim Ärgermarathon: Die Frau, die gerade einen sporenbedeckten Meteoriten ins Labor gebracht hat bekommt die Anweisung, ihn in einem luftdicht abgeschlossenen Laborplatz einzulegen, der mit vorschriftsmäßig eingebauten Gummihandschuhen bedient wird. Und nun kommt es: der Wissenschaftler kratzt etwas von den Sporen ab, tut es in ein Reagenzglas und gibt es aus dem abgeschotteten Arbeitsplatz an die Kollegin, damit sie es in die Zentrifuge steckt. Doch das reicht noch nicht um den Dämlichkeitsfaktor in die Höhe zu treiben.

Stranded2

Na, wo isser denn?
Der Virus, mit dem
ich mich infizieren kann?

In der Zentrifuge geht das Reagenzglas kaputt und unsere schlaue Technikerin fasst das scharfkantige Glas mit den Gummihandschuhen an  und …. AUA! Ein Blutstropfen auf der Zentrifuge zeigt, dass Madame wohl in Kontakt gekommen ist mit der außerirdischen Substanz. Doch sagt sie ihrem Kollegen Bescheid? Nein. Auch als sie sich nachher auf dem Gang vor Schmerzen windet ist dies zunächst kein Grund zur Besorgnis….. OH, Mann!

Zu diesem Zeitpunkt bin ich meistens noch der Meinung: „OK, wir müssen die Story ja irgendwie in Gang setzen“. Doch was folgt ist wieder genauso dämlich. Madame wacht hochschwanger (!) in der abgeschotteten Krankenstation auf und Christian Slater ist der Meinung, er müsse sie nun in Quarantäne setzen. Hallo? Wo soll das denn sein, wenn nicht in einer gerade versiegelten Krankenstation? Offenbar gibt es wohl noch eine Arrestzelle, die sich wohl besser dazu eignet eine Frau zu beherbergen, die gerade eine Blitzschwangerschaft durchmacht.

Und so geht es immer weiter. Während ihre Kollegen nacheinander Opfer ihres Babys werden (das natürlich auch schnell zu einem Erwachsenen heranreift) erholt sich die Frau. Schließlich finden sich die Frau und Christian Slater in der „Notkapsel“ wieder. Um sie zu starten muss jemand von DRAUSSEN einen Code eingeben sodass die junge Frau nochmal rauslaufen muss. Ich werde jetzt nicht weiter ins Detail gehen und stattdessen mein Fazit formulieren.

Normalerweise bin ich relativ schmerzfrei bei trashigen Produktionen. Wenn ich weiß, dass es von TheAsylum stammt sehe ich das Ganze sowieso relativ entspannt. Doch diese kanadische Produktion kommt auf den Fotos eigentlich recht professionell daher und hat mit Christian Slater einen brauchbaren Schauspieler vorzuweisen. Doch leider wird dessen Talent hier total verheizt.

Die Dialoge des Filmes grenzen schon nicht mehr an Dämlichkeit, sie sind es einfach. Wenn der Arzt sich Sorgen macht, dass Alle wegen des Kohlenmonoxidgehalts der Luft Halluzinationen haben könnte, ist das eine Sache. Doch wenn das Team es nicht einmal fertig bringt die Lichter wieder einzuschalten tut es mir leid. Alle anderen Geräte scheinen zu funktionieren. Und wieso man einen Plastikschlauch nicht einfach mit Klebeband reparieren kann, entzieht sich meiner Kenntnis.

Meiner Meinung nach sollten sich Astronauten vor ihrer Mission erstmal alle Alien-Filme anschauen um sich die krassen Fehler der Protagonisten vor Augen zu führen. Eigentlich sollte man meinen, dass Astronauten auch von der Nasa mit ausreichend Rüstzeug ausgestattet werden um eine Krise zu überwinden und zumindest Anfängerfehler zu vermeiden.

Zum Glück war die DVD nur geliehen und ich habe keinen finanziellen Verlust erlitten. Wer für diesen Kram jedoch Geld ausgegeben hat, der tut mir leid. Im Fernsehen würde man beim ersten Anzeichen von Dämlichkeit wohl umschalten. Im direkten Vergleich würde ich daher eher empfehlen die Billigproduktion „Moon“ anzuschauen, die trotz ihres Minimalbudgets eine fesselnde Handlung mit glaubwürdigen Charakteren hatte.