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Benedict Cumberbatch, Steven Moffat, Matt Smith

Die Drehbuchautoren Steven Moffat und Mark Gatiss sind momentan die kreativen Köpfe bei  der englischen TV Serie „Doctor Who“, aber auch bei „Sherlock“ mit Benedict Cumberbatch in der Hauptrolle. Dabei fällt auf, wie ähnlich die Konzepte für beide Serien sind. Egal ob der Timelord oder der „consulting Detective“ im Vordergrund stehen: Die Stories von Moffat und Gatiss werden rasant und pointenreich erzählt und stürzen den Zuschauer immer wieder in einen Strudel von Ereignissen, der über die gradlinigen Erzählungen von Hollywood-Drehbuchautoren hinausgeht. Dabei ist die Verbindung des Doctors und Sherlock Holmes bereits in der klassischen Serie spürbar geworden.

 Bereits in den Sechzigerjahren schlug sich die BBC mit dem Problem herum, wie man eine erfolgreiche Serie weiterführt wenn der Hauptdarsteller ausgewechselt werden muss. Für „Doctor Who“ wurde daher das „Regenerieren“ erfunden. Immer, wenn der Doctor eine lebensgefährliche Verletzung erlitten hat, konnte sich der Außerirdische mit den zwei Herzen einfach komplett in einen neuen Charakter verwandeln. Diesen Trick ersann man zunächst für den ersten Doctor Darsteller William Hartnell, der die Rolle aus Gesundheitsgründen nicht weiterspielen konnte.

 

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Jon Pertwee, der dritte Doctor mit dem Master, Begleiterin Jo Grant und dem Brigadier

Für den zweiten Doctor Patrick Throughton fand man jedoch einen anderen Grund für die Regeneration: In einem Verfahren wurden dem Doctor Verstöße gegen die Regeln der Timelords zu Last gelegt. Als Strafe musste er regenerieren und wurde auf den Planeten verbannt, der ihm so am Herzen lag: Die Erde. Gleichzeitig wurde sein Gefährt, die TARDIS unbrauchbar gemacht damit er auf der Erde festsaß.

Mit dieser Regelung hatte die BBC versucht ein Ausufern der Budgets zu verhindern. Gleichzeitig mussten neue Bedrohungen für den Doctor her, die er auf der Erde bekämpfen sollte. Eine dieser Bedrohungen war die Schöpfung des „Masters“. Der abtrünnige Timelord mit Machtstreben sollte für den Doctor als neuer Erzfeind aufgebaut werden. Man hatte dabei „Moriarty“ aus den Sherlock Holmes Romanen im Sinn und schuf damit erstmals bewusst die gleiche Konstellation wie in den Detektivgeschichten: Der charismatische Doctor und seine Begleiter erinnerten an Holmes und Doctor Watson, der Schurke erinnerte an Moriarty.

Interessanterweise tarnte sich der Doctor in der Weihnachtsepisode „Die Schneemänner“ als „Sherlock Holmes“ um zur „großen Intelligenz“ vorgelassen zu werden. Es gibt inzwischen allerdings auch ein paar andere interessante, aktuelle Verbindungen: Benedict Cumberbatch, der aktuelle Sherlock-Darsteller hatte 2010 auch für „Doctor Who“ vorgesprochen. Die Rolle fiel dann zwar an Matt Smith – jedoch beide verfügen über eine ungewöhnliche Physiognomie, die beide unverwechselbar und ungewöhnlich macht.

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Doch es gibt auch außerhalb von Sherlock schöne Verbindungen. Meine interessanteste Verbindung hat mit einem anderen Ermittler zu tun: Pater Braun bzw. Father Brown.

In zwei Episoden der aktuellen Doctor Who-Serie tauchte der Schauspieler Mark Williams auf. Er spielte dort den Vater von Rory Williams (dem Partner von Amy Pond). Der Schauspieler, den Einige auch als Mr.Weasley aus den Harry Potter Filmen kennen, ist inzwischen sehr erfolgreich als „Father Brown“. Die BBC-Serie ging 2014 in die zweite Staffel und basiert lose auf den Detektivgeschichten von G.K. Chesterton.
Ob es wohl auch einen Zusammenhang zwischen dem Romanautor Chesterton und dem ersten Begleiter des Doctors aus 1963, Ian Chesterton, gibt?

Interessant ist für mich auch, wie die Serie selbst neue Talente fördert: Karen Gillan, die Darstellerin von Amy Pond tauchte bereits in der vierten Staffel in der Folge „Die Feuer von Pompeji“ als Seherin auf. In derselben Folge konnte man auch einen Römer sehen, der vom neuen Doctor Peter Capaldi dargestellt wurde. Damit folgt er einer Tradition, die bereits zum sechsten Doctor zurückreicht. Colin Baker spielte in einem Serial einen Timelord vom Planeten Gallifrey bevor er zu Doctor Who wurde.

Gerade wurde eine englische Dramaserie namens „Broadchurch“ ausgezeichnet, in dem zahlreiche DoctorWho-Schauspieler wiederzufinden sind: David Tennant, der zehnte Doctor, spielt die Hauptrolle. Als Partnerin hat er mit Olivia Coleman eine grandiose Schauspielerin, die in Matt Smiths erster regulären Folge „Die elfte Stunde“ eine Verkörperung von „Prisoner Zero“ darstellte. Arthur Darvill, der Rory war, ist in Broadchurch ein Geistlicher, der in Verdacht gerät – genauso wie David Bradley, der im Doku-Drama „Doctor Who: An Adventure in Time and Space“ den ersten DoctorWho-Schauspieler William Hartnell verkörperte. Autor von „Broadchurch“ ist Chris Chibnall, der auch für Doctor Who schrieb. So beispielsweise die Folge „Dinos im All“

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Als Fan ist es immer wieder herrlich Bezüge zwischen eigentlich unabhängigen Werken herzustellen oder alte Schauspieler in neuen Rollen zu sehen. Man kann nur hoffen, dass das auch mit den kommenden Episoden mit dem neuen Doctor Peter Capaldi so sein wird.
Die Dreharbeiten zur achten Staffel haben am 6.Januar 2014 begonnen!

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