Ostern in der Klinik war für viele Leute nicht leicht. Viele erhielten Besuch von den Verwandten und nutzten das schöne Wetter für einen Spaziergang. Und die Klinik bot auch eine Dampferfahrt an, zu der zwei Busladungen Patienten gefahren wurden. Mit einem schönen, musikalischen Abend mit dem spanischen Bariton Javier Llido.

Ich selbst ließ das Osterfest mit einem musikalischen Abend ausklingen. Mir waren die Plakate an der Tür zum Restaurant aufgefallen und ein paar Euro Eintritt war mir dieser Auftritt schon wert. Da klassische Opern nicht jedermanns Sache sind hatte ich nicht damit gerechnet, dass das Restaurant voll sein würde. Aber immerhin war der Cafeteriabereich und einige Tische mit Interessierten besetzt. Die Veranstaltung begann pünktlich um sieben Uhr und ich bewundere eigentlich jeden Menschen, der sich alleine vor ein Publikum stellt und schwere Musikkunst zum Besten gibt.

JavierLlidoDer Bariton Javier Llido entführte uns mit Pianobegleitung durch ein abwechslungsreiches Programm mit Liedern und Arien aus aller Welt. Titel wie „Ave Maria“, „Non regrete rien“, aber auch die „Arie des Grafen“ aus „Der Wildschütz“ erklangen. Bei Letzterer hatte die zierliche Südkoreanerin In-Kyung Hilgert alle Hände voll zu tun dem schwergängigen, betagten Klavier das aufwändige Arrangement zu entlocken.

Die Stimme des, in Spanien geborenen, Sängers ist kräftig und sehr gut ausgebildet. Man hätte ihm ein noch größeres Publikum gewünscht. Aber die etwa dreißig Gäste waren begeistert und so konnte er nach der Vorstellung einige Exemplare seiner neuesten CD verkaufen, was mich persönlich freute. Llido hat immerhin schon sieben CDs veröffentlicht und die Neueste ist bereits als Download bei iTunes erhältlich.

Wer mehr über Javier Llido erfahren will kann seine Website unter www.javier-llido.de finden und sich an zahlreichen Klangbeispielen erfreuen.

Ich freue mich ja immer wenn ich gute Künstler höre. Und daher kam mir der Auftritt viel zu kurz vor. Ich hätte gerne noch weitere Titel gehört. Doch das kann ich ja nun auf der CD7 hören, auf der auch ein Lied ist, das meiner Mutter sicherlich gefallen wird: „Mama!“ (meine erste selbstgekaufte Single war in den Siebzigern die Version von Heintje. Lang ist’s her….)

Netterweise gab mir Llido ein Autogramm in mein Skizzenbuch, in dem mein freches Kaninchen mal wieder darum bittet, dass man ihm den Parkschein abstempelt…. Tztztz…. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig.

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