Jeder kennt das System von Blutgefäßen, das unseren Körper durchzieht und uns mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Aber nur wenigen Menschen ist bekannt, was sich hinter einem Lymphsystem verbirgt. Dabei handelt es sich um ein wichtiges System des Körpers um die, in den Zellen gebildeten Abfallstoffen, wieder loszuwerden.

LymphsystemDas Lymphsystem ist ein weit verzweigtes System von Leitungen im Körper, das die Schlacke und andere Abfallstoffe aus dem Gewebe zieht, von dort abtransportiert und schließlich in Höhe des Halses über die Lymphknoten in den Blutkreislauf entlässt. Von dort gelangt die Lymphe in die Nieren und Leber um dort abgebaut zu werden. Auf diese Weise entschlackt sich der Körper und bleibt funktionsfähig.

Ist das System beschädigt oder eingeengt dann bilden sich Einlagerungen in der Haut, die sogenannten Lymphödeme. Dabei können Beine und Arme betroffen sein, die sich bis zu elefantösen Ausmassen vergrößern können. Doch auch im Bauchbereich können sich Ansammlungen von Flüssigkeiten bilden. Viele Menschen denken, dass dies halt im Rahmen einer Gewichtszunahme einfaches Fett ist. Doch stattdessen wird das Gewebe von Ansammlungen immer voluminöser. So kann sich im Bauchbereich auch bis zu 20 bis 30 Liter Schlacke ansammeln. Allerdings sind nicht nur übergewichtige Menschen betroffen. Es kann JEDEN treffen, egal ob dick oder dünn, jung oder alt. Die Störung des Lymphsystems kann durch Krankheiten, aber auch Verletzungen herbeigeführt werden. Oder sie ist sogar angeboren.

Als Therapie wird die manuelle Lymphdrainage eingesetzt. Dabei werden von erfahrenen Therapeuten zunächst die Lymphgefäße im Halsbereich massiert um die Zugänge zum Blutkreislauf zu öffnen. Danach werden Bereiche im Bauchbereich bearbeitet und schließlich die Beine. Dabei kann der Therapeut zielsicher die besonders betroffenen Bereiche angehen, anders als die erhältlichen Apparate, die durch sich aufblasende Luftkammern Druck auf den Körper ausüben. Eine manuelle Lymphdrainage ist auf jeden Fall effektiver weil der Therapeut zielsicher besonders betroffene Körperstellen entstauen kann. Es ist erstaunlich welche Resultate sich dabei erzielen lassen.

Wichtig ist hierbei das anschließende Wickeln mit Kompressionsbinden, die einen permanenten Druck auf die Haut ausüben und damit die Lymphansammlungen ständig daran hindern sich in Richtung der Hautoberfläche auszudehnen. Mehr noch: Wenn man sich in der Bandage bewegt, zum Beispiel durch spazierengehen, sorgt die ständige Kontraktion der Muskeln dafür, dass man die Lymphgefäße quasi von innen massiert. Das nennt sich dann „Muskelpumpe“ und wirkt so effektiv dass alleine schon durch das Tragen von Binden oder Kompressionsstrümpfen wirksam der Einlagerung von Lymphflüssigkeit im Gewebe entgegengewirkt werden kann. So wird bereits während der Reha ein beträchtlicher Teil des Heilerfolges durch die Binden erzeugt. Nach Abschluss der Reha dienen maßgeschneiderte Kompressionsstrümpfe als Ersatz für die Binden. Sie sind bequemer zu tragen, wenngleich das Anziehen auch etwas stressig ist….

Immerhin: Bei der Messung meiner Beine wurde nach zehn Tagen bereits ein Flüssigkeitsverlust von ca 700 ml pro Bein festgestellt. Zusammen also etwa 1,5 Liter – und nun stelle man sich diese Menge mal in Colaflaschen vor…..

Nach zwanzig Tagen ist in meinen Beinen etwa zwei Liter Flüssigkeit abtransportiert worden. Man kann sich kaum vorstellen wie es ist wenn man seine Oberschenkel anschaut und die richtig schlank aussehen. Ich bin richtig gespannt was in den beiden verbleibenden Wochen noch möglich ist.

Der Aufenthalt in der Seeklinik Zechlin hat sich jedenfalls für mich schon mal gelohnt.