Es passiert nicht oft dass man seine Idole aus der Jugend persönlich kennenlernt. Doch der Supporting Act für DEEP PURPLE gab mir, dem Webmaster, erstmals die Gelegenheit Mike Batt und seine wundervolle neue Gruppe THE PLANETS bei ihrem Vorbereitungen zu treffen.Vielleicht sollte ich erwähnen dass ich bereits seit dem Jahr 2000 die offizielle Mike Batt Website betreue www.mikebatt.de . Wir lernten den Produzenten und Arrangeur und THE PLANETS als sehr liebenswerte, nette Menschen kennen, die sich begeistert um uns kümmerten.

Ruth und Beth spielen DuettBeth Akers, die das erste Mal bei einer Tour dabei ist, entpuppte sich als attraktive, junge Dame, die zu unserer Überraschung nicht nur Oboe und Englisch Horn sondern auch Keyboard spielte. Man merkt ihr nicht an, dass sie erst sehr spät zu der Gruppe gestossen ist und sämtliche Parts innerhalb weniger Wochen zu lernen hatte. Doch sie ersetzt die ausgeschiedene Salima Williams wunderbar – wenngleich der Anteil der Girls Blond-Brünett nun 3:1 steht….

Beim späteren Auftritt der Gruppe verschlug es wohl auch manchen Purple Fans den Atem als die vier Mädels in äusserst erotischen, schwarzen Lederdresses auf die Bühne kamen. Aber auch dies ist ein Faktor der bein Erfolg der PLANETS eine grosse Rolle spielt – auch wenn dies einige etablierte Klassik-Puristen wie der englische Bariton Sir Thomas Allen energisch ablehnt.

Es war schön zu wissen dass unter den Mädels auch eine Deutsche ist. Anne-Kathrin Schirmer stammt aus Neustadt bei Hannover und versprach uns nach dem erfolgreichen Interview auf dieser Site auch weitere Beiträge beizusteuern. Die Leser  dieser Seiten können sich also schon jetzt auf Anekdoten und Erlebnisse aus der ganz persönlichen Sicht eines PLANETS-Mitglieds freuen. Besonders faszinierend war die Reaktion des Publikums als Anne zwischen zwei Stücken ein paar Worte auf Deutsch sprach um sich bei dem Publikum zu bedanken. Man konnte die Verblüffung einiger Zuschauer spüren.

Ben Pugsley, der zweite Gitarrist der Gruppe bewies auch während des Soundchecks seine unglaublichen Fertigkeiten auf verschiedenen Gitarren. Die Bandana die er auf dem Kopf trägt hat sich inzwischen zu so etwas wie einem Markenzeichen entwickelt. Während der Fussball-WM hatte er auf Vorschlag von Mike Batt sich ein St.Georges Kreuz in die Haare schneiden lassen (wir haben darüber berichtet), beim Auftritt beim ZDF-Fernsehgarten war er gar mit extremen Kurzhaarschnitt aufgetreten. Seitdem ist er bei Auftritten mit Bandana zu sehen. 

Während des Soundchecks freuten wir uns nacheinander allen Planets-Mitgliedern zu ihrer tollen Band gratulieren zu dürfen. So natürlich auch Beverley, die hier auf dem Foto gerade zu Annes Gitarrenspiel im Takt klatscht. Während Bevs Instrument eigentlich der Kontrabass ist hat sie im Crashkurs Verfahren eigens für THE PLANETS das Gitarrenspiel erlernt und beherrscht nun beide Instrumente die sie auch schon mal während eines Titels tauschen muß.

Lac-Hong Phi, seines Zeichens Cellist der Gruppe zeigte sich sehr interessiert an der deutschen Website und fragte uns auch nach der bevorstehenden Bundestagswahl. Übrigens brachte auch Lac-Hong seine Digitalkamera mit und wollte uns unbedingt auch für das Familienalbum fotografieren (oder etwa für die englische Website?).

Jonathan Hill und Ruth Miller spielen die beiden Instrumente die bei den Melodienführungen die wohl schwierigsten Parts haben – Violine und Flöte.

Ich lernte Jonathan und Ruth im Cateringbereich kennen wo sie vor ihrem Soundcheck noch schnell eine Mahlzeit einnahmen. Wir amüsierten uns über die verschiedenen Spitznamen in der Band. Ihn selbst nennen sie Jono – manchmal allerdings auch Hank, was eigentlich nicht ganz so offensichtlich is., Lac-Hong heisst bei ihnen manchmal “Lackers” oder “Lackster” und Michael wird Kruky genannt. Über die Spitznamen der Mädels wollte er mir jedoch nichts verraten..

Jonathan und Ruths Glück ist, dass sie sehr mobile Instrumente haben die sie nicht an bestimmte Positionen auf der Bühne fesseln. So können sie sich – übrigens auch Beth – während des Auftrittes frei auf der Bühne bewegen und immer neue Formationen bilden. Der Ton wird über Funk übertragen. Als Beispiel sei hier der Titel “Journey of a Fool” genannt bei der die Gruppe eine Art Zwiesprache zwischen einer Rockgruppe bestehend aus Anne, Ben, Michael, Bev und einer Klassik Gruppe aus Jonathan, Ruth, Lac-Hong und Beth  darstellt.

Michael Kruk ist hinter seinem beindruckenden Roland “V”-Schlagzeug natürlich  in seinem Bewegungsdrang am eingeschränktesten. Sein Drumkit funktioniert rein elektronisch. Über Midi ist es ihm möglich seinem Schlagzeug jede erdenkliche Klangfarbe zu geben und auch ungewöhnliche Effekte wie Gongs und Gamelans zu erzeugen. Dagegen wirkt das Drumkit von Deep Purple im Hintergrund richtig vorsintflutlich.

Das Konzert begann pünktlich um 19:00 Uhr und ca. 4000 Menschen nahmen die Gruppe begeistert auf. Nachdem dem Publikum mit dem sich steigernden “Bolero Fantasy” deutlich gemacht wurde was THE PLANETS für Musik machen legte die Gruppe mit ihrem zweiten Titel “Journey of a Fool” richtig los. Mit betonten Rockgitarren und Schlagzeug richtete sich der Mix des Abends mehr an das Deep Purple Publikum als an Klassikfreunde. Und die Gruppe kam gut an.

Das Hamburger Publikum reagierte erfreulich positiv auf die ungewöhnliche Mischung aus Rock, Jazz und Klassikelementen. Einige erkannten die Werke von Mike Batt, Ravel und Bizet wieder und johlten anerkennend. Auch das Duett zwischen Michael und Ben “Taranta Y Rumba” das nur auf akustischer Gitarre und Bongotrommel ausgetragen wurde erhielt tosenden Applaus. Nach einer halben Stunde verabschiedete sich die Gruppe mit dem Titelsong ihres Albums “CLASSICAL GRAFFITI” von einem Publikum das jetzt aufgeregt dem Hauptact des Abends entgegenfieberte, der um Punkt 20:00 Uhr begann.

Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal bei den Mitgliedern der Band THE PLANETS bedanken und auch bei Mike Batt für seine Einladung (auch zum Bier) einmal Backstage dabei zu sein. Meinen weiteren Dank an Dwayne Welch und Stephen Croxford, die netterweise mithalfen dass alles klappte wie wir uns das vorgestellt hatten.