Bei Wind und Wetter mag man nicht gern spazieren gehen. Bei tollen Sonnenschein schon. Als an meinem dritten Tag in Zechlin endlich Bilderbuchwetter erschien hielt es auch mich nicht auf dem Klinikgelände. Mit Handy und Digitalkamera bewaffnet machte ich mich auf um an den See zu gehen.

AmSeeDas erste Stück geht relativ steil bergab bis man auf einen Wanderweg trifft, der direkt am See entlang führt. Leider eignet sich dieser Weg nicht für die Patienten, die mit Rollatoren oder Gehhilfen unterwegs sind. Die Steigungen und der sandige, von Baumwurzeln durchzogene, Weg kann nur von Menschen bewältigt werden, die ohne Gehhilfe unterweg sind. Am Wochenende fand im Dorf Zechlin ein Geländelauf statt und die Veranstalter waren davor mit Neon-Sprühfarbe unterwegs um für die Sportler die Baumwurzeln sichtbar zu machen.

Ich achtete also sehr darauf nicht zu stolpern, denn dabei konnte sich man natürlich leicht etwas tun. Aber es gelang mir doch ohne Strauchler zum See zu gelangen. Ein kleiner Hochsitz, der zwischen den Bäumen am Anfang des Weges steht, hat schon bessere Tage gesehen. Bereits hier gibt es schöne Fotomotive zu knipsen. Hier entstand auch das „Selfie“ (neudeutsch für „Selbstportrait“), dass ich oben eingefügt habe.

Nach etwa einem Kilometer gelangt man eine Stelle, an der es eine Lücke im Schilf gibt sodass man einen prächtigen Blick auf den See bekommt. Netterweise hat man hier auch eine Bank platziert und so setzte ich mich erst einmal um das tolle Panorama zu genießen.

Der Braminsee hat eine Fläche von ca 75 Hektar und ist an seiner tiefsten Stelle etwa 3,50 Meter tief. Er befindet sich im Privatbesitz und darf nicht mit Booten befahren werden. In der Mitte befindet sich eine kleine Insel, die natürlich auch nicht betreten werden darf. Angeln darf man hier ebenfalls nicht. Zur Zeit sind Bemühungen im Gange den Fischbestand wieder aufzuwerten. Der See wird von einem Berufsfischer bewirtschaftet, der darüber wacht, dass die Fischpopulation im Gleichgewicht gehalten wird. Immerhin hat man hier schon Karpfen, Hechte, Zander, Barsche, Aale, Aalquappe und diverse Weißfische gesichtet.

Mich interessiert der Fischbestand natürlich eher weniger, dafür aber die Entstehung des Sees und der ganzen Seenkette des Ruppiner Landes. Es ist offensichtlich, dass die Moränenlandschaft und die Seen Hinterlassenschaften von eiszeitlichen Gletschern sind. Ähnlich wie in Hamburg bei Alster und Elbe haben sich hier zahlreiche Mulden durch die Eismassen gebildet, die beim abtauen der Gletscher das Wasser abführten und auch viele Seen bildeten. Der Braminsee ist dabei noch ein relativ kleiner See und schon ein paar Kilometer weiter zeigt der Große Zechliner See wie stark sich das Eis in den Untergrund gedrückt hat und sogenannte Toteisseen gebildet hat. 

Da ich mich noch nicht fit genug fühlte um einmal um den kompletten See zu laufen (knapp 7 Kilometer) bog ich in den Wald ab und kehrte über den Rundweg wieder zur Klinik zurück. Ein sehr schöner Ausflug, den ich gerne wiederholen werde.