In der Rubrik „Meine Lieblinge“ stelle ich nach und nach Filme vor, die ich im Laufe meines Lebens lieben gelernt habe. Mein Leben als Kinogänger spielte sich vor allem in den Siebziger und Achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts ab. Besonders nachdem „Krieg der Sterne“ als Türöffner für grandiose Spezialeffekte gedient hatte schossen fantastische Stoffe aus dem Boden wie Pilze im Waldboden. Da gab es einige Nieten, aber auch einige tolle Filme, die auch später nichts von ihrer Faszination eingebüßt haben. Einer dieser Filme ist der 1982 entstandene Streifen „Der dunkle Kristall“, der eine Art realistischer Muppetfilm war.

Hintergrund

The_Dark_Crystal_PosterDie Muppets, die von Jim Henson in den Siebzigerjahren für die Sesamstraße erfunden worden waren, hatten immer diesen comichaften Schaumstofflook. Doch die Puppentechnik, die Jim Henson und sein Freund Frank Oz entwickelt hatte, eignete sich natürlich auch für Monstren und Kreaturen, die in Realspielfilmen auftreten konnten. Und so konnte Frank Oz auch mit „Yoda“ für den zweiten Starwars-Film „Das Imperium schlägt zurück“ eine damals überzeugende Figur einbringen. Damals gab es keine computergenerierten Monstren und so musste alles vorort mit realen Puppen gespielt werden. Meistens traten diese Puppen dann nur sehr kurz in den Fantasy und Science Fictionfilmen auf. Doch einer besonderen Herausforderung stellte sich Jim Henson und sein Team als sie einen Film inszenieren wollten, der komplett mit Muppet-ähnlichen Puppen funktionieren sollte.

Die Idee dazu kam Jim Henson bereits 1975 als er mit den Muppets in der Comedyshow „Saturday Night Life“ eine apokalyptische Landschaft mit deren Bewohnern darstellte. Es dauerte Jahre bis das Projekt schließlich realisiert wurde. Neben Henson führte auch Frank Oz Co-Regie, wobei dieser Blut leckte und später zahlreiche eigene Spielfilme inszenierte. Produziert wurde „Der dunkle Kristall“ unter anderem von Gary Kurtz, der auch schon als Produzent von „Krieg der Sterne“ fungierte.

Bei den Dreharbeiten kamen nicht nur die üblichen Handspielpuppen zum Einsatz sondern auch Ganzkörperpuppen, die animatronische Komponenten für Augen und Münder der Figuren hatten. Die Puppenspieler waren in ihrer Sicht so eingeschränkt, dass sie kleine Monitore auf den Füßen tragen mussten um ihr Spiel zu kontrollieren. Der Film stellte hohe Ansprüche an die Kulissen, weil man einige Puppen aus dem Boden heraus bedienen musste. Andere wurden in Großaufnahmen knieend geführt. Bei Aufnahmen, die die laufenden Gelflinge in der Totalen zeigten wurden auch schon Mal kleine Darsteller in Ganzkörperanzüge mit entsprechenden Köpfen gesteckt um einige Stunts zu absolvieren.

Die Handlung:

ldarkcrystalAuf einem fernen Planeten existieren zwei dominante Rassen: die brutalen Skekse, die wie eine Mischung aus Geier und Ratten aussehen und die Urus, weise, weißhaarige Wesen, die meistens geduckt gehen. Doch es gibt noch ein paar überlebende Gelflinge. Als der Imperator der Skekse im Sterbebett liegt stirbt auch einer der weisen Urus. Dieser hat jedoch für den jungen Gelfling Jen noch eine Überraschung parat: Er sei auserwählt den dunklen Kristall zu heilen, der vor tausenden von Jahren beschädigt wurde. Ein Splitter liegt bei der Seherin Aughra und wartet darauf von einem Gelfling wieder in den großen Kristall gesteckt zu werden damit wieder zusammenkommt, was zerbrochen ist. Nach dem Tod seines Meisters macht sich der menschenähliche Jen also auf dem Weg um sein Versprechen einzulösen. Doch die Skekse haben im Kristall gesehen, dass der Gelfling auf dem Weg zu ihnen ist und wollen das natürlich verhindern. Zum Glück trifft Jen jedoch auch noch auf ein überlebendes Gelflingmädchen namens Kira, das ihm hilft sich gegen die Skekse zu behaupten und schließlich die Prophezeihung zu erfüllen.

Mein Urteil

Jen-KiraDer Film sieht aus heutiger Sicht immer noch hervorragend aus. Besonders auf der gerade erschienenen BluRay sind natürlich alle Details der liebevollen Inszenierung zu sehen. Da macht es auch nichts aus, dass die Figuren teilweise sehr nach Schaumstoff aussehen und das Puppenspiel eindeutig von Leuten durchgeführt wird, die sonst die knallbunten Muppets führen. Heute würde man wahrscheinlich subtiler spielen, aber im Jahr 1982 war der Film einfach klasse.

Das Budget von 15 Millionen Dollar wurde, entgegen den Erwartungen des Filmstudios, wieder eingespielt. Offiziell wird ein Einspielergebnis von knapp 40 Millionen Dollar angegeben. Die DVD, VHS und BluRay Auswertungen dürften dabei noch ein paar Milliönchen mehr in die Kasse gespielt haben.

Der Film hat einen naiven Charme und ich hatte mich gefragt ob man diesen Film nicht fortsetzen könnte. Tatsächlich hatten Jim Henson und Frank Oz tatsächlich 2006 ein neues Projekt in der Planung. Doch leider wurden die Pläne für ein Sequel 2012 endgültig begraben. Aber manchmal ist es besser wenn man lieber keine Fortsetzung oder Neuverfilmung von einem Werk macht. Ich sehe mir den Film jedenfalls immer wieder gerne an, da er sowas wie ein filmischer Evergreen ist.