Wenn man auf einer Kur oder Reha auf Diät gesetzt wird denkt man, man bekommt nicht genug zu Essen. Doch das braucht man hier nicht zu befürchten. Sowohl zum Frühstück, Mittag und Abendessen wird man gut versorgt. In den ersten drei Tagen werden dem Neuankömmling Teller mit beispielhaften Zusammenstellungen hingestellt, danach kann man sich am Buffet selbst bedienen.

SpeiseplanZum Mittag werden vier Mahlzeitvarianten angeboten, die sich teilweise nur in den Beigaben unterscheiden. Die Teller sind jedoch gut gefüllt, sodass selbst ich Probleme habe alles zu schaffen. Heute gab es z.B. Gulasch mit Erbsen, Soße und Spätzle. Danach einen Fruchtsalat. Wer davon nicht satt wird hat selber Schuld. Ich wähle sowieso meistens die Reduktionskost, da bei denen meistens Reis und Huhn dabei sind.

Ansonsten kann man über die Angebote nicht klagen. Sogar an ein Stück Obst oder einen Joghurt als Zwischenmahlzeit wird gedacht. Netterweise hat man die Kilokalorienzahl gleich mit in den Speiseplan geschrieben. So kann man auch etwas besser abschätzen, ob man sich beim Abendbrot mit den Kalorien lieber etwas zurückhalten soll um die zugedachte Kalorienmenge pro Tag nicht zu überschreiten.

Der Doktor hat bei mir, angesichts des Übergewichts 1000 Kilokalorien in das Klinikheft geschrieben. Jeder Gast hat auf seinem Platz ein Namensschild, auf dem die geplante Kalorienmenge angegeben ist. Allerdings ahne ich schon jetzt, dass diese Summe von so ziehmlich allen Patienten überschritten wird. Nun gut. Was zählt ist letztendlich der Wert, der bei der wöchentlichen Wiegung erzielt wird. Und solange man selbst mit der Abnahme zufrieden ist, gibt es nichts zu bemängeln. Es steht jedenfalls niemand dort, der mit erhobenen Zeigefinger auf die Einhaltung der Kalorienmenge pocht.

Frühstücksbuffet_650Dafür sind die Sachen am Buffet einfach zu lecker. Manchmal wird sogar noch etwas Warmes gereicht. Dabei handelt es sich wohl – so die anderen Patienten – um Reste, die bei der Verarbeitung von Mittagsgerichten übrig geblieben waren. Wenn ich mir vorstelle, wie Großküchen mit Säcken von geschälten Kartoffeln oder Nudeln beliefert werden, es aber nicht genug Gäste gibt, die diese aufzehren, dann bleibt natürlich etwas übrig. Die Küche muss das natürlich nicht wegschmeißen. Stattdessen werden leckere Salate gezaubert oder Gemüse mit Käse überbacken und zu appetitlichen Auflauf verwandelt. Tolle Sache.

Getränke werden auch gereicht. Morgens Kaffee, mittags Sprudel und abends Tee. Als meinen Lieblingstee habe ich inzwischen Birne-Vanille für mich entdeckt. Den werde ich mir wohl voraussichtlich im Internet bestellen müssen wenn ich ihn auch noch zuhause trinken will…..

Auf jeden Fall schmeckt bisher alles sehr gut, da es in der Küche frisch gekocht wird und man nicht das Gefühl hat vorgekochte Mikrowellenmenues wie im Krankenhaus zu bekommen.

Restaurant4Mein einziger Wunsch wäre, dass auch abends ein Früchtequark oder Joghurt angeboten wird. Das war nämlich 1972, als ich in Wyk auf Föhr war, DER Hit beim Abendessen.

Im Restaurant liegt übrigens auch auf jedem Tisch der Veranstaltungsplan der Woche aus. Doch davon später mehr.

Beeindruckend finde ich auch die Organisation des Mittagstisches: Am Ende der Woche bekommt jeder Gast einen kleinen Zettel, auf dem er aus dem Speiseplan übernehmen kann, welches Gericht er sich für jeden Tag wünscht. So durfte ich mir von den letzten beiden Zeilen die Gerichte aussuchen. Entweder Vegetarisch oder Reduktionskost. Allerdings unterscheidet sich die Reduktionskost von der Vollkost in der oberen Zeile oft nur durch die Beilagen (z.B. Kartoffeln statt Klöße). 

Die kleinen Zettel werden vor 11:30 Uhr auf die Plätze verteilt. Trifft nun ein Gast an seinem Stammplatz ein sammelt die Angestellte den Zettel ein (und bringt je nach Plan auch schon mal eine Suppe mit). Das ist das Signal für die Küche das Wunschgericht aufzufüllen. Kurz darauf bringt die Bedienung dann auch den Teller mit dem Hauptgericht. Das Ganze klappt wie am Schnürchen und ist wirklich beeindruckend. Immerhin kommen die Gäste zu verschiedenen Zeiten und haben es oft auch wegen der anstehenden Anwendung eilig. Daher mein Lob an die Küche für diese tolle Organisation und an die Kellnerinnen, die so nett auf alle Sonderwünsche eingehen.