Der erste Tag in der Klinik ist natürlich etwas Besonderes. Man weiß noch nicht, wo alles ist und was die Eintragungen in meinem Klinikheft zu bedeuten hatten. Soviel stand fest: Ich sollte morgens eine ganze Reihe von Terminen wahrnehmen, die man handschriftlich in das Klinikheft eingetragen hatte. Dabei passierte mir auch gleich die erste Panne: ich hatte den vorgedruckten Termin übersehen: 6:30 Uhr Blutabnahme und Urinabgabe! Toller Einstand.An Abend des Anreisetages hatte es in der Klinik noch einen geführten Rundgang durch das Gebäude gegeben. Um 19 Uhr waren alle Neuankömmlinge im medizinischen Bereich angetreten und wurden von der diensthabenden Schwester zu den wichtigen Stationen im Gebäude geführt. Die Behandlungszimmer, der Vortragsraum und auch der „Meßraum“ (ich bin sicher, dass man das „Messraum“ schreibt – aber so ist er nun mal beschriftet) lernten wir so kennen. Vor dem Fahrstuhl im Kellergeschoss steht ein Billardtisch, daneben eine Tischtennisplatte und einige Fitnessgeräte. Ich freute mich schon darauf endlich mal Billard üben zu können.

Nun, am zweiten Tag war meine erste „offizielle“ Visite angesagt. Die Neuzugänge wurden in ein Ärztezimmer gerufen. Es fand zwar keine zweite Untersuchung statt, dafür informierte mich die Oberärztin schon mal vorsorglich, dass die Behandlung wohl länger als nur drei Wochen dauern müsse um Erfolg zu haben. Nun gut. Ich bin als freiberuflicher Mediendesigner nicht an einen Dienstherren gebunden und daher war dagegen nichts einzuwenden. Durch meine Recherchen im Internet hatte ich mir natürlich schon gedacht, dass ich länger als nur 21 Tage in der Klinik verweilen muss. Aber ich will ja auch  etwas bewirken und nicht mittendrin abbrechen. Also , wie ich immer sage: „Hauptsache egal…“

Nun hieß es erst einmal: meine erste Lymphdrainage! Die Therapieräume sind auf zwei Etagen verteilt. Hinter jeder Tür lauert – verzeihung – wartet ein Therapeut auf die Patienten. Ihr Dienstanzug ist blau-weiß (blaues Shirt, weiße Hose) erinnert auch irgendwie an „Schlümpfe“. Da kommt mir glatt eine Idee für eine Zeichnung. Naja, vielleicht später.

Als ich auf meine erste Behandlung wartete nutzte ich die Zeit und versuchte Billardkugeln über zwei Banden ins Loch zu befördern. Ohne Queue, einfach nur so, um ein Gefühl für die Kugeln zu bekommen. Das war schonmal recht schweißtreibend. Vielleicht habe ich ja noch Gelegenheit richtig Billard zu spielen.

BandagenDoch nun folgte erstmal die erste MLD als „Doppelbehandlung“. 90 Minuten gezieltes massieren und danach bandagieren. Nicht weniger als 18 Bandagen unterschiedlicher Typen wickelte der Therapeut um meine Schenkel. Ich kam mir vor wie ein Michellin-Maennchen.

Zum Glück darf man sich die Binden abends wieder abnehmen. Allerdings muss man sie dann auch selbst wieder aufwickeln. Entweder manuell oder unter Zuhilfenahme von Wickelmaschinen, die den Patienten im Erdgeschoss und Kellergeschoss zur Verfügung stehen.

Aber das nimmt man gerne in Kauf. Hauptsache man wird die Dinger los. Man fühlt sich dann nicht mehr so eingeengt.