Meine Leidenschaft seit ich als kleiner Junge Professor Heinz Haber traf. Astronomie!

Als mein Vater mich im Alter von sechs Jahren aus dem Bett holte um mir eine Folge „Raumpatrouille“ zu zeigen, ahnte er nicht, dass er damit ebenso mein Interesse für fantastische Geschichten und den Weltraum weckte. Als Jugendlicher verschlang ich alles, was mit SciFi zu tun hatte: Perry Rhodan, SciFi-Bücher und natürlich TV-Serien wie „UFO“, „Thunderbirds“ und „Time Tunnel“. 1972 gesellte sich dann noch eine Serie dazu, wo so ein Typ mit spitzen Ohren herumlief.

Aufbruch zu den Sternen

Gleichzeitig begann ich mich für die Astronomie und die Raumfahrt zu interessieren. Gerade in den Jahren zwischen 1968 und 1973 war die Raumfahrt in aller Munde. Die USA und die UdSSR lieferten sich einen Wettlauf zum Mond. In den Medien wurden nahezu täglich Meldungen über neue Raketen gebracht und die Mondlandung war natürlich das Top-Ereignis. Als Neunjähriger durfte ich zwar nachts nicht aufbleiben um die Mondlandung im Fernsehen mitzuerleben, aber am nächsten Tag sah ich alles in den Nachrichtensendungen.

 

 

Der Star der Siebziger – Professor Heinz Haber

Ein Mann war im Fernsehen sehr präsent, da er einige Sendungen moderierte, die sich speziell an die Jugendlichen wendete: Professor Heinz Haber. Er vermochte es mit einfachen Beispielen Fakten zu vermitteln und hatte den Charme eines Märchenonkels. Er hätte durchaus ein Bruder des Tierforschers Professor Grzimek sein können, der ebenfalls damals im Fernsehen sehr bekannt war.

Mein Lieblingsbuch

Ich erinnere mich noch, wie Professor Haber simulierte, wie lang ein Lichtstrahl zum Mond unterwegs ist, indem er einen Bogenschützen auf ein Mondmodell im richtigen Abstand schiessen ließ. 1,3 Sekunden dauerte der Flug des Pfeils…

Ebenso interessant war es als er die Kontinentalverschiebung damit erklärte, dass die Erde immer größer wird und dies mit, auf einen Ballon geklebten Papp-Kontinenten, simulierte. Beim Aufblasen wanderten die Kontinente tatsächlich auseinander. Heute weiss man, dass sich Professor Haber hier irrte.

Trotzdem war Professor Haber mit seinen zahlreichen Sendungen für Jugendliche und Erwachsene sehr prominent und ich sammelte Artikel aus Fernsehzeitschriften, die ich in ein Schulheft einklebte. Natürlich ließ ich mir von meinen Eltern auch seine Bücher schenken.

Die meisten waren für Erwachsene geschrieben. Mein Lieblingsbuch war jedoch über das Thema, wie die Sternbilder zu ihren Namen kamen. Darin wurden die Sagen und Legenden mit zahlreichen Illustrationen aufgezählt, die Geschichten von Skorpionen, kleinen und großen Bären und natürlich den griechischen Göttern behandelten.

Mein Lieblingskino – Das Planetarium

Planetarium Hamburg

Irgendwann nahm mein Vater mich dann in das Planetarium im Stadtpark mit. Ich war überwältigt als ich in diesem imposanten Gebäude einer Vorführung beiwohnen durfte, in der Professor Habers Ausführungen hier auf beeindruckende Weise illustriert wurden. Zu den Klängen von „Also Sprach Zarathustra“ wurde der Sonnenuntergang (und -aufgang) simuliert.

Keine andere Musik trifft diesen natürlich Vorgang besser als dieses Werk von Richard Strauß. Als ich später einmal das Buch von Friedrich Nietsche las musste ich schmunzeln, weil genau diese majestätische Szene am Anfang des Buches steht.

Damit lagen Richard Strauß, das Planetarium, aber auch Stanley Kubrick richtig, als sie diesen kurzen Anfang des musikalischen Werkes für Sonnenaufgänge und – untergänge einsetzten.

Bei späteren Besuchen im Planetarium wurde ich manchmal enttäuscht wenn der Referent auf diesen Showeffekt verzichtete, denn gerade die majestätische Musik plus der Sternenhimmel machten einen Planetariumsbesuch so beeindruckend. Hier ein kurzer Clip aus dem Film „2001 – Odysssee im Weltraum“, der vielleicht erahnen lässt, wie sich sowas im Planetarium anfühlte.

Das Planetarium war für mich Anlaufstelle Nummer eins wenn es um astronomische Fragen ging. Im Foyer gab es einige interessante Exponate und ausliegende Fachbücher (von denen manche auf meinem Bücherwunschzettel landeten).

Mit dem Hamburger Ferienpass waren für mich dann auch sämtliche Mittwoche für einen Besuch im Stadtpark ausgebucht. Die Krönung war, als Professor Heinz Haber persönlich einen Vortrag dort hielt und ich ihm die Hand schütteln durfte. In Erinnerung geblieben ist mir noch, dass plötzlich die Taschenlampe versagte, mit dessen Pfeil er Dinge an der Kuppel erklärte. Man reichte ihm einen Laserpointer (damals! 1973) und er bemerkte: „…dann muss ich ja aufpassen, dass ich niemanden in die Augen leuchte!“

Mein eigenes, kleines Planetarium

Ich hätte zu gern Astronomie studiert. Doch an meiner Schule wurde das Thema sträflich vernachlässigt und meine Schulnoten in der Mathematik waren – naja, schweigen wir darüber. So blieb mir nur meine kleine Astroscheibe, mit denen ich die Aufgänge und Untergänge von Sonne, Mond und Sternen bestimmen konnte – und der Blick in den dunstigen, Hamburger Nachthimmel.

Es dauerte bis in die Oberstufe, bis ich im Physikunterricht die Kepler`schen Bahngesetze „kennenlernte“. Natürlich hatte ich mich schon mit Fachbüchern vorher informiert. Doch mit dem Ende des Apolloprogramms der NASA war auch das öffentliche Interesse an Raumfahrt und Astronomie abgeebbt. So verlor auch ich langsam das Interesse an der realen Astronomie, konsumierte aber weiterhin ScienceFiction.

Zum Glück gab es in dieser Hinsicht, dank StarWars, einen Boom. Und da für mich „der Ernst des Lebens“ losging war keine Zeit mehr für Astronomie und die utopischen Filme wurden zu einer schalen „Ersatzdroge“. Bei allen tollen Special Effects, blieben diese SciFi-Filme nur Märchen, die mit richtiger Astronomie nichts zu tun hatten. Immerhin weckten die Filme mein Interesse an Computergrafik, sodass ich mich mit Computern befasste und später dann im Einzelhandel verkaufte.

Wieder vereint!

Harald Lesch – Bild: DLR

Mit meinem Interesse an Computern eröffnete sich mir eine neue Welt und wurde wieder in astronomische Bahnen gelenkt, als ich das Internet entdeckte. Jahrelang hatte ich die Astronomie sträflich vernachlässigt, doch mit dem WorldWideWeb eröffnete sich für mich eine ganz neue Informationsquelle. Endlich konnte ich wieder die neuesten Weltraumbilder und Erkenntnisse abfragen. Und es war verblüffend, wieviele Dinge man während meiner Abstinenz erforscht hatte.

Vom Hubble-Teleskop waren in die Öffentlichkeit ein paar hübsche Bilder durchgedrungen. Doch interessant wurde es erst, als ich auch noch Bilder anderer Weltraum-Teleskope fand. Und dann war da plötzlich ein Mann, dessen fünfzehnminütige Lektionen im Fernsehen und im Internet zu finden waren. Professor Harald Lesch.

Ganz ohne Computeranimationen und hübschen Bildern gelang es ihm, auf eine äußerst humoristische Weise, die neuesten Erkenntnisse der Astronomie zu vermitteln. Die Sendung „Alpha Centauri“ wurde zu meiner absoluten Lieblingssendung, da Lesch so herrlich unspektakulär wesentlich mehr Informationen vermittelte, als es die Hochglanz-Features von ARD und ZDF mit aufwändigen Animationen vermochten.

Wenn ich bisher nur ab und zu mal auf die NASA und ESA-Webseiten schaute, dank Professor Lesch begann ich mich wieder intensiv mit diesen Themen zu befassen. Witzigerweise ist auch Herr Lesch Jahrgang 1960 und führte mir daher vor Augen, was aus mir hätte werden können, wenn ich Astrophysik studiert hätte.

Ein Hobby und künstliche Welten

Close encounters 2011 (Klick zum vergrößern)

Doch inzwischen hat sich meine Liebe zur Computergrafik (die durch die zahlreichen Kinofilme angeregt wurde) so entwickelt, dass ich mit 3D-Software eigene, ferne Planeten, Sterne und Asteroiden animiere und inzwischen auch künstliche Welten mit einer Landschaftssoftware „erschaffe“. Das „Projekt Genesis“ aus dem Film „Startrek 2“ gefällig? Kein Problem.

Gerne würde ich auch Animationen an TV-Sender oder andere interessierte Institutionen liefern, denn meine Ergebnisse beeindrucken mich manchmal selbst. (Muss mir das jetzt Angst machen?)

„Wenn man schon nicht zu anderen Welten reisen kann, dann muss man die anderen Welten halt selbst simulieren!“

Neue Technik und ein Freund singt

Dass ich die Astronomie so vernachlässigt hatte wurde mir erst klar, als ich der Einladung meines Freundes Mike Batt folgte, der im Hamburger Planetarium seine Show „Voices In The Dark“ präsentierte. Statt des spinnenartigen Ungetüms, das ich noch aus den siebziger Jahren kannte, verrichtete seit kurzem eine „handliche“ kleine Kugel ihren Dienst als Sternenprojektor. Die alten Projektoren erinnerten manchmal an die Kriegsmaschinen aus „Kampf der Welten“ – und versperrten natürlich vielen Besuchern die Sicht.

Planetarium – gestern und heute

Seit meinem letzten Besuch hatte man den alten Zeiss-Projektor schon einmal ausgetauscht. Nun verrichtete bereits der dritte, wesentlich kleinere Projektor mit dem schönen Namen „Universarium“ seinen Dienst. Ausserdem sind die neuen Polstermöbel mit verstellbaren Rückenlehnen wesentlich bequemer und man muss sich nicht mehr den Hals verrenken, wenn man etwas sehen will. Ich erinnere mich, dass ich mich in den Siebziger Jahren lieber auf die Holzbank, ganz hinten an der Wand, gesetzt habe um alles genau sehen zu können.

Der neue Projektor ist natürlich wesentlich leistungsfähiger und lässt sich sogar versenken. Dabei wird er auch noch von Laserprojektoren unterstützt und mithilfe von Beamern lassen sich sogar live-Videos auf die Kuppel projizieren.

Konzert im Planetarium

Das Planetarium ist heute mehr als nur ein Sternentheater. Lasershows, Tagungen, Hochzeiten werden hier veranstaltet. Und ganz besonders freut es mich, dass Mike Batt, dessen Website ich betreue, das Hamburger Planetarium für die Weltpremiere seiner 360°-Show „Voices In The Dark“ gewählt hat.

Und so schließt sich der Kreis für mich. Das ist mein Stand heute und ich kann nur den Song von Batt`s Sängerin Katie Melua zitieren: „Thank you, Stars!“!

P.S.:

Hier ein Trailer zu der Show, die man im Hamburger Planetarium bewundern kann.